Obama ruft NATO zu Geschlossenheit in Afghanistan auf
US-Präsident Barack Obama hat die NATO-Staaten zu Beginn ihres Gipfeltreffens in Chicago zu Geschlossenheit beim geplanten Abzug aus Afghanistan aufgerufen. „So wie wir zusammen Opfer gebracht haben für unsere gemeinsame Sicherheit, werden wir geschlossen zusammenstehen bei unserer Entschlossenheit, diese Mission zu beenden“, sagte Obama gestern zum Auftakt des Treffens der Staats- und Regierungschefs der NATO-Länder und zahlreicher Partnerschaftsländer.
Hollande will früheren Abzug
Die NATO will den Einsatz von Kampftruppen bis Ende 2014 beenden und dem Land abschließend bei der Ausbildung und Beratung seiner eigenen Sicherheitskräfte zur Seite stehen. Frankreichs Präsident Francois Hollande hatte im Vorfeld des Treffens in Chicago die Diskussion über den Zeitplan des Truppenabzugs angeheizt. Er will die französischen Truppen bereits Ende dieses Jahres und damit zwei Jahre früher als geplant abziehen.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle hatten Hollande aufgerufen, sich an den bisherigen Zeitplan zu halten. Der neu gewählte Präsident zeigte sich davon unbeeindruckt. „Ich bin pragmatisch, die besten Ergebnisse für Frankreich zu erreichen, ... und sicherzustellen, dass unsere Soldaten aus Afghanistan vor Ende 2012 zurückkommen“, sagte er.
Zahlreiche Gäste
In Chicago wird erst nun über das weitere Vorgehen in Afghanistan beraten. Zunächst wollen die Staats- und Regierungschefs über die Pläne für gemeinsame Militärprojekte sprechen. Die NATO will zum Beispiel mit der Anschaffung gemeinsamer Aufklärungsflugzeuge erreichen, dass die Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses nicht unter dem Spardruck leidet. „In diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten können wir zusammenarbeiten und unsere Ressourcen bündeln“, sagte Obama.
Auf Einladung von Obama kamen auch die Partner des Bündnisses zu dem zweitägigen Treffen - fast 60 Staats- und Regierungschef versammelten sich in der drittgrößten Stadt der USA. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) und Außenamtsstaatssekretär Wolfgang Waldner (ÖVP) sind gleichfalls zum Gipfel eingeladen. Österreich ist zwar kein Mitglied des Bündnisses, arbeitet jedoch in der „Partnerschaft für den Frieden“ mit.
